23.05.2013

Franken

Franken – in der Mitte Europas
Das Frankenland hat eine sehr eigenwillige Geografie; es liegt im Süden Deutschlands, aber im Norden Bayerns und grenzt im Osten an die Tschechische Republik, außerdem hat es eine zentrale Lage in Europa. Bereits in früheren Zeiten war Franken als „Territorium non clausum“ (= nicht abgeschlossenes Gebiet) eine Region mit nicht exakt umrissenen Herrschaftsgebieten; heute ist zumindest politisch klar, dass Franken mit den drei Regierungsbezirken Ober-, Mittel- und Unterfranken und einer Fläche von 23.000 Quadratkilometern zu Bayern gehört. Im Mittelalter war Franken ein Kultur- und Machtzentrum, das belegen die Kaiserburg in Nürnberg und die Festung Marienberg in Würzburg; in der Kaiserpfalz in Forchheim fand vom 9. bis zum 12. Jahrhundert die Wahl des deutschen Königs statt. Nach dem Zerfall des mittelalterlichen Fränkischen Reichskreises kam Franken zu dem Kurfürstentum Bayern, ohne jedoch historisch oder politisch verbunden gewesen zu sein; damit erklärt sich vielleicht auch die Abneigung der Franken gegen die Bayern.
 
Gemütlich, grün und romantisch
Die zentrale Lage brachte es mit sich, dass seit jeher viele Völker Franken durchzogen und ihre Spuren hinterlassen haben, so zum Beispiel die Kelten mit dem Oppidum auf der Houbirg bei Hersbruck oder die Römer mit dem Limes. Heute durchfahren viele Urlauber das Frankenland auf einer der vielen Touristik-Straßen wie der Romantischen Straße, der Deutschen Spielzeugstraße, der Bier- und Burgenstraße, der Porzellan-Straße oder Deutschen Limes-Straße. Europäische Fernwanderwege führen ebenfalls durch die Region wie der Weg Ostsee-Adria oder Atlantik-Böhmerwald, und kennenlernen, kann man Franken natürlich am besten zu Fuß, denn Frankenland ist Wanderland. „Ich will zur schönen Sommerzeit ins Land der Franken fahren“, diese Zeilen des Dichters Viktor von Scheffel aus dem Frankenlied geben nur unzureichend die Begeisterung der beiden Erlanger Studenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder wider, die 1793 als Erste die Fränkische Schweiz erwanderten und damit den eigentlichen Grundstein für den Wandertourismus in Franken legten. Seitdem sind viele Urlauber dem Charme des Frankenlandes erlegen, das oft auch als „Schlupfwinkel des deutschen Gemüts“ bezeichnet wird und dessen romantische Seite immer wieder betont wird. Die Region wird oft assoziiert mit welliger, grüner Landschaft, was hauptsächlich auf die ausgedehnten Wälder des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes zurückzuführen ist; im südlichen Franken sind die Berge weniger hoch und dünner bewaldet, die Landschaft wird etwas weicher und geht über in die Schwäbische Alb und die Donauebene. Franken bietet sehr viel Abwechslung und ist auch deshalb so beliebt, weil außerhalb der Ballungsräume keine großen Industrieansiedlungen vorhanden sind; selbst im Raum Nürnberg ist in der direkten Nachbarschaft zur Stadt noch dörfliche Struktur und Landwirtschaft im „Knoblauchland“ vorhanden. Es gibt in Franken insgesamt 9 Naturparks, damit ist fast die Hälfte der Fläche ein besonderer Landschaftsteil.
 

 

Oberfranken – oft auch als Hochfranken bezeichnet – mit den Regionen Fichtelgebirge, Frankenwald, Oberes Maintal/Coburger Land, Fränkische Schweiz und Steigerwald ist das Gebiet mit den größten Waldanteilen in Franken. Typisch für Oberfranken ist das Bier, deshalb wird Oberfranken auch Bierfranken genannt; hier findet man laut dem Guinnessbuch der Rekorde die höchste Brauerei-Dichte der Welt, und legendär sind die kleinen Dorfbrauereien, die oft nur in der eigenen Wirtschaft ausschenken wie zum Beispiel die „Kathi-Bräu“ in Heckenhof bei Aufseß, ein Mekka für Biertrinker und Motorradfahrer. Nur wenige Kilometer weiter gibt es einen anderen Genuss, Wagner-Opern in dem Festspielhaus in Bayreuth. Was für den Oberfranken das Bier ist, ist für den Unterfranken der Wein, denn in Unterfranken oder Mainfranken wächst an den Hängen der Haßberge und des Spessarts entlang des gesamten Mainverlaufs ein guter Tropfen, den auch der Papst oder das englische Königshaus gerne trinken; Wein aus Lagen wie „Würzburger Stein“ hat bereits Goethe sehr geschätzt. Die Mittelfranken sind die „Stadtfranken“, denn hier liegen die großen Städte wie Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach mit ihren Industriegebieten; trotzdem gibt es auch in Mittelfranken im Taubertal oder im Altmühltal romantische Städte wie Rothenburg oder Dinkelsbühl, die einen bedeutenden Anteil an dem touristischen Bild Frankens haben.
 
Bier und Wein

 

Der fränkische Mittelpunkt
In den einzelnen Landschaften leben unterschiedliche Charaktere, die jedoch eines gemeinsam haben: die Sprache. Der Dialekt gehört zur Gruppe der fränkischen Mundarten; diese ist so unverwechselbar, dass man Franken auf der ganzen Welt an ihrem Dialekt erkennt, so verzichten sie zum Beispiel völlig auf „harte“ Laute wie „t“ oder „p“. Jeder fränkische Regierungsbezirk hat auch einen besonderen Berg, für die Oberfranken ist es das „Walberla“ (Ehrenbürg) bei Forchheim, die Mittelfranken haben den Hesselberg und die Unterfranken den Kreuzberg in der Rhön, den „Heiligen Berg der Franken“. Und noch etwas haben die Franken gemeinsam, den Dreifrankenstein; mitten im Steigerwald bei Burghaslach treffen sich die Grenzen der drei Regierungsbezirke, an einem einsamen, romantischen Ort, eben typisch Franken.

 

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Reisetipps für Berlin - neben dem Frankenland, gehört sicherlich auch die deutsche Bundeshauptstadt zu den touristischen Highlights.